{"id":3502,"date":"2016-10-13T11:34:16","date_gmt":"2016-10-13T11:34:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.katringlanz.de\/?page_id=3502"},"modified":"2026-01-09T16:41:44","modified_gmt":"2026-01-09T16:41:44","slug":"texte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/texte\/","title":{"rendered":"Texte"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Junge Welt Ausgabe vom 18.11.2025, Nr. 268, Seite 11 \/ Feuilleton<br \/>\n<strong>Wenn die Decke einst\u00fcrzt<\/strong><\/p>\n<p><em>aus den Fugen<\/em>: Eine Raumintervention von Katrin Glanz im Berliner Projektraum Alte Feuerwache<br \/>\nVon Matthias Reichelt<\/p>\n<p>Gekippte und zerborstene S\u00e4ulen, Ziegelsteine, abgest\u00fcrzte Deckenbalken und Gipsteile, herausgebrochene Verstrebungen und umgefallene Torb\u00f6gen. Eine Szenerie wie nach einer Explosion oder einem Erdbeben. Die Besucher m\u00fcssen sich durch das sorgf\u00e4ltig arrangierte Chaos ihren Weg bahnen. Die fr\u00fcheren Gewissheiten sind einem tiefen Gef\u00fchl der Bedrohung und Angst gewichen \u2013 das spiegelt diese Installation auf frappierende Weise. Eine Havarie oder gar Krieg \u2026 es k\u00f6nnte beides sein. Und ist zugleich eine metaphorische Visualisierung einer psychischen Reaktion auf zerst\u00f6rte soziale Bindungen, die ber\u00fchmten Risse in Familien, Freundschaften, der gesamten Gesellschaft.<br \/>\nGleich nach dem Eintreten sto\u00dfen die Besucher auf ein einseitig gew\u00f6lbtes Teil, das sich von der Decke gel\u00f6st hat und nun umgekehrt auf dem Boden liegt, umgeben von Ziegelsteinen und Schutt. Vorsicht ist geboten. Die K\u00fcnstlerin Katrin Glanz bietet den Besuchern des Berliner \u00bbProjektraumes\u00ab unter dem Titel \u00bbaus den Fugen\u00ab ein desastr\u00f6ses Bild, das als Metapher f\u00fcr Zeiten des Umbruchs in einer Welt der zunehmenden Unsicherheit und Regellosigkeit dient.<br \/>\nDie alte Feuerwache in Friedrichshain wurde 1880 erbaut. Zwischen 1995 und 1998 erhielt das Geb\u00e4ude durch die Architekten W\u00f6rle &amp; Partner (M\u00fcnchen) ein neues Antlitz mit einem gew\u00f6lbten Dach, das ihm die Form eines Eisenbahnwaggons gibt. Heute ist die Alte Feuerwache ein vom Kulturamt Friedrichshain-Kreuzberg verwaltetes Kulturhaus mit Studiob\u00fchne und dem \u00bbProjektraum\u00ab f\u00fcr Wechselausstellungen.<br \/>\nKatrin Glanz (1967 geboren in Berlin\/DDR) studierte 1988 bis 1995 Bildhauerei und Freie Kunst an der Kunsthochschule Wei\u00dfensee sowie 1992\/1993 Film und Fotografie an der \u00c9cole nationale sup\u00e9rieure des beaux-arts de Paris. In ihrem Werk stellt sie mit Performances, installativen und partizipatorischen Arbeiten Fragen nach der Zukunft, dem sozialem Leben, \u00d6konomie und Arbeit. 2012 lie\u00df sie zusammen mit Petra Spielhagen am Richardplatz in Neuk\u00f6lln Menschen mit Rollkoffern kreuz und quer laufen. Ein so humorvolles wie kritisches Bild f\u00fcr globalisierte Arbeitsmigration und Tourismus, die letztlich zu Gentrifizierung, Airbnb und Verdr\u00e4ngung f\u00fchren. 2019 fragte Katrin Glanz im Rahmen eines Projektes zu 100 Jahre Bauhaus die Bev\u00f6lkerung in der Berliner Gropiusstadt \u00bbWie w\u00fcnschen Sie sich das Leben und Wohnen im Jahr 2100?\u00ab \u2013 und wertete die Antworten \u00f6ffentlich aus.<br \/>\nIhre aktuelle Rauminszenierung entspricht dem vagen Gef\u00fchl der Angst und des Verlustes gewohnter Sicherheiten und \u00dcberzeugungen vieler Menschen. So wie w\u00e4hrend der Coronajahre Zweifel an den \u00bbSchutzma\u00dfnahmen\u00ab und der Wirksamkeit der Impfstoffe als \u00bbverschwurbelt\u00ab und rechtslastig verunglimpft wurden, wird heute die Er\u00f6rterung der komplexen Ursachen des Ukraine-Krieges unterbunden. Jeder Kritiker des \u00bbWertewestens\u00ab wird zum russischen Propagandisten erkl\u00e4rt. Mit dem haltlosen Szenario eines drohenden russischen Angriffs auf die NATO-Staaten wird auf allen Kan\u00e4len Angst gesch\u00fcrt, derweil Kritik an Israel und Solidarit\u00e4t mit den Pal\u00e4stinensern schnell als antisemitisch verurteilt. Die Positionen krachen unvers\u00f6hnlich aufeinander. Diese Br\u00fcche durchziehen alle gesellschaftlichen Ebenen, was bei vielen Menschen das Gef\u00fchl ausl\u00f6st, sich in die innere Emigration begeben zu m\u00fcssen, ihre Meinung nicht offen sagen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nKatrin Glanz formuliert all das nicht aus. Doch das desolate Bild einer zersplitterten Gesellschaft vor dem Hintergrund von Mobilmachung, Militarisierung und Kriegspropaganda spricht eine deutliche Sprache.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Raimar Stange<\/p>\n<p><strong>Open mind<\/strong><br \/>\n<em>Zur k\u00fcnstlerischen Arbeit von Katrin Glanz<\/em><\/p>\n<p>I.<br \/>\nBasisarbeit: Im Rahmen der Kunstaktion \u201e48H Neuk\u00f6lln &#8211; Perspektivwechsel\u201c forschte Katrin Glanz \u00fcber den Stellenwert, den Kunst und K\u00fcnstler f\u00fcr den \u201eMann auf der Stra\u00dfe\u201c besitzt. Fragen wie z. B. \u201eWann spricht Kunst sie an und warum\u201c also standen in dem Projekt \u201eArtist asks. Ask artist\u201c, 2013, zur Disposition. Dazu sprach die K\u00fcnstlerin in Berlin mit Passanten und Besuchern des Richardplatzes und diskutierte mit ihnen \u00fcber ihr Verh\u00e4ltnis zur Kunst. Statements dieser Gespr\u00e4che wurden dann auf kleinen Notizbl\u00e4ttern aufgeschrieben. Diese Bl\u00e4tter wurden von der K\u00fcnstlerin gesammelt und schlie\u00dflich an eine Pinnwand geheftet, so dass die Sentenzen, z. B. \u201eSinnliche Lust an Intuition mit Humor die Welt anders sehen\u201c, \u201eWeil es so sch\u00f6n pervers und subversiv aussah\u201c, \u201eSport finde ich besser\u201c oder \u201eHat mich ver\u00e4ndert\u201c von anderen Passanten nachgelesen werden konnten. Wohlkalkuliert hat Glanz hier eine Reflexion \u00fcber das Betriebssystem Kunst vorgenommen, die, anders als bei der sogenannten \u201eInstitutional critique\u201c der 1980er und 1990er Jahre, nicht im Kunstbetrieb selbst stattfand, diesen stattdessen aber \u201evon Au\u00dfen\u201c kritisch beleuchtete.<\/p>\n<p>II.<br \/>\nBereits diese Aktion von Katrin Glanz macht deutlich: Ihre Kunst ist in den letzten Jahren weniger werk- als projektorientiert angelegt. Als \u201eoffene Kunstwerke\u201c, ganz im Sinne von Umberto Eco, geben ihre Interventionen und performativen Aktionen ein situatives Setting vor, das dann von den TeilnehmerInnen ihrer partizipatorischen Arbeiten mit Leben gef\u00fcllt wird. Wie dieses im Laufe der Projekte, die des \u00d6fteren auch in Kooperation mit anderen K\u00fcnstlern durchf\u00fchrt werden, von statten geht kann die Berliner K\u00fcnstlerin letztlich nicht genau vorhersagen, l\u00e4sst sie doch stets den bei ihr interaktiv Mitmachenden so etwas wie einen quasi \u201eundefinierten basisdemokratischen\u201c Spiel- und Freiraum. Im gerade beschriebenen Projekt \u201eArtist asks. Ask Artist\u201c etwa wusste Glanz vorher nicht, welche S\u00e4tze am Ende auf ihrer Pinnwand nachgelesen werden konnten. Umberto Eco hatte eine solche k\u00fcnstlerische Strategie in seinem wichtigen Buch \u201eDas offene Kunstwerk\u201c (1962) bereits so beschrieben: \u201eDer K\u00fcnstler, so kann man sagen, bietet dem Interpretierenden ein zu vollendendes Werk: er wei\u00df nicht genau, auf welche Weise das Werk zu Ende gef\u00fchrt werden kann, aber er wei\u00df, dass das zu Ende gef\u00fchrte Werk immer noch sein Werk, nicht ein anderes sein wird, und dass am Ende des interpretativen Dialogs eine Form sich konkretisiert haben wird, die seine Form ist, auch wenn sie von einem anderen in einer Form organisiert worden ist, die er nicht v\u00f6llig vorhersehen konnte\u201c. Offensichtlich kn\u00fcpft Katrin Glanz mit ihrer Kunst zudem an die partizipatorische \u201erelational \u00c4sthetik\u201c (Nicolas Bourriaud) der 1990er Jahre an, anders als diese aber verortet sie ihre Projekte nicht vornehmlich im Inner Circle des hehren Kunstbetriebes, also z. B. in Galerien oder Kunstmuseen, sondern, wie bereits angedeutet, meist im \u00f6ffentlichen Raum des sogenannten \u201erichtigen Lebens\u201c. Eben dieses macht nicht zuletzt die politische Qualit\u00e4t ihrer Arbeit aus.<\/p>\n<p>III.<br \/>\nEin gutes Beispiel f\u00fcr die engagierte Kunstarbeit von Katrin Glanz sind auch ihre vier Projekte, die sie 2014 \u2013 2015 in der \u201eVIERTEL BOX\u201c konzipiert und organisiert hat. Die \u201eVIERTEL BOX\u201c ist, urspr\u00fcnglich organisiert von Samo Darian, Katrin Glanz, Kerstin Gust, Anna M\u00fcller und Katja Sussner, ein Veranstaltungsort im M\u00e4rkischen Viertel in Berlin, der zweimal in der Woche als Treff vor allem f\u00fcr die Bewohner dieses Kiezes agiert. Auf dem Programm des Aktionsraumes stehen<br \/>\nz. B. Filmabende, Workshops und Stadtspazierg\u00e4nge. Hier realisierte Katrin Glanz im Juni 2014 ihr erstes Projekt \u201eVIERTEL TORTE \u2013 Das selbstgebackene Viertel\u201c. Anspielend auf das kreisrunde Logo des M\u00e4rkischen Viertels initiierte Glanz einen Back-Wettbewerb, an dem die BewohnerInnen des M\u00e4rkischen Viertels teilnehmen konnten. Sie waren aufgefordert eine (runde) Torte zu backen, die in irgendeiner Weise Bezug nimmt zu ihrem Kiez, gleichsam ein Portr\u00e4t von diesem ist. Drei Torten dann wurden preisgekr\u00f6nt, fotografiert und als Postkarte gedruckt. Alle Torten wurden gen\u00fcsslich gemeinschaftlich verspeist. Diese k\u00fcnstlerische Aktion f\u00f6rderte nicht nur den Zusammenhalt der Menschen, sondern regte zudem auch ihre (nachdenkliche) Kreativit\u00e4t an. Das zweite Projekt brachte unter dem Titel \u201eWiesentanz\u201c ebenfalls die Bewohner des Kiezes zusammen, dieses Mal lud die K\u00fcnstlerin zum Tanzen unter freien Himmel ein. So wurden dann im September 2014 auf einer Wiese im M\u00e4rkischen Viertel zu Live-Musik diverse Volkst\u00e4nze aus Europa getanzt \u2013 das vergn\u00fcgliche Tanzen wurde dadurch eben auch zu einer \u201eaktiven Traditionspflege\u201c. Im dritten Projekt dann erinnerte Glanz daran, dass 25 Jahre zuvor noch eine Mauer das M\u00e4rkische Viertel von Ost-Berlin getrennt hat. Dazu lie\u00df sie auf einer Wiese am ehemaligen Mauerstreifen f\u00fcr einen Nachmittag im November 2014 Schafe weiden. Die Tiere nutzten die Zeit um zu grasen \u2013 das sprichw\u00f6rtliche Gras, das \u00fcber die Geschichte zu wachsen droht, wurde so ein St\u00fcck weit entfernt. Der Titel der Aktion \u201eDa ist Gras dr\u00fcber gewachsen\u201c spielt dann auch auf genau diesen so konkreten wie metaphorischen Vorgang an. Mit dieser dritten Intervention verschob Glanz den Schwerpunkt ihrer Aktionen behutsam vom eher unterhaltsamen Charakter der ersten zwei hin zu einem vornehmlich diskursiv angelegten. Diese Verschiebung wurde deutlich vor allem auch im letzten Projekt \u201eWie (zusammen) leben?\u201c: Glanz lud im Juli 2015 den Philosophen und Juristen Dr. Bertram Lomfeld zu einer Diskussionsstunde in die \u201eVIERTEL BOX\u201c ein, in der \u00fcber M\u00f6glichkeiten eines sozial gerechteren Zusammenlebens gestritten und reflektiert wurde. Wichtige Statements aus der lebendigen Diskussion mit den Besuchern der Veranstaltung wurden dann auf einer Pinnwand festgehalten. Da stand dann z. B. zu lesen: \u201eFreiheit sichern gegen den Staat\u201c, aber auch \u201eStaat = Sicher\u201c.<\/p>\n<p>IV.<br \/>\nKatrin Glanz\u2018 Interventionen und performative Aktionen verstehen sich offensichtlich nicht als autonome Kunst, die mit mehr oder weniger formal ansprechenden Vollendungen lediglich einer passiven Rezeption Gen\u00fcge leistet. Vielmehr stellt die K\u00fcnstlerin prozessuale Projekte zur Diskussion, die nicht nur ihre Gegen\u00fcber tendenziell gleichberechtigt dialogisch mit einbeziehen in das \u00e4sthetische Geschehen, sondern dabei zudem auch pragmatisch intervenieren in den sozialen Alltag der Menschen. Ein \u201einteresseloses Wohlempfinden\u201c (Immanuel Kant) sucht man hier vergebens, daf\u00fcr findet man ein engagiertes Suchen nach einer lebenswerteren Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Michaela Richter<br \/>\naus: <em>Mess with Your Values<\/em>, hrsg. von Marius Babias und Michaela Richter, Berlin: Neuer Berliner Kunstverein, K\u00f6ln: Buchhandlung Walther K\u00f6nig (n.b.k. Berlin, Bd. 10)<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Arbeiten von Katrin Glanz stehen der Mensch als soziales Wesen sowie die R\u00e4ume, in denen er sich bewegt. Mithilfe von filmischen Arbeiten, Installationen sowie interaktiven Performances geht die K\u00fcnstlerin der Frage nach, wie Lebensumst\u00e4nde, Gewohnheiten und W\u00fcnsche den Alltag des Einzelnen sowohl im Privaten als auch im \u00d6ffentlichen pr\u00e4gen. Dabei verlegt Glanz sich nicht allein auf die Rolle der Beobachterin, sondern bet\u00e4tigt sich dar\u00fcber hinaus auch dezidiert als Initiatorin von Situationen, in denen strukturelle Bedingungen menschlichen Handelns sichtbar sowie bestimmte Voraussetzungen f\u00fcr gesellschaftliche Interaktion geschaffen werden. Zu Beginn ihrer Karriere schuf Glanz zun\u00e4chst vermehrt Arbeiten, die orts- sowie statusspezifische Bewegungs-und Verhaltensmuster dokumentieren. F\u00fcr die auf Super-8- Aufnahmen basierende Arbeit zum A (1997) etwa filmte die K\u00fcnstlerin ein Jahr lang vom immer gleichen Standpunkt aus Passant*innen auf ihrem Weg zu einem Amt \u2013 dieses wird in der resultierenden Projektion jedoch nicht gezeigt, der Fokus liegt allein auf den vor\u00fcberhastenden Personen, deren Wege sich hier kreuzen. Die begehbare Installation Zimmer (1996) wiederum entspricht in ihren Abmessungen einem Wohnraum im Plattenbau von etwa 13m2 und zeigt im Inneren eines ansonsten leeren wei\u00dfen Kubus die Umrisse einer m\u00f6glichen Einrichtung als Bleistiftzeichnungen auf den W\u00e4nden sowie dem Boden. Im Verlauf der Ausstellung h\u00e4uften sich die Spuren der Besucher*innen und zeigten deren deutlich eingeschr\u00e4nkte Laufwege, denn die unsichtbaren Objekte in dem kleinen Raum wurden als Begrenzungen akzeptiert. Auch zahlreiche weitere installative Arbeiten von Glanz bestehen aus scherenschnittartigen Silhouetten von Dingen oder Personen, \u00fcber die Aspekte von An- und Abwesenheit sowie damit zusammenh\u00e4ngende Einflussgr\u00f6\u00dfen in bestimmten sozialen Kontexten vor Augen gef\u00fchrt werden. Entsprechende Wandarbeiten wie behind (2001), f\u00fcr die die K\u00fcnstlerin die Umrisse eines als Lager, B\u00fcro und Schlafraum f\u00fcr Gastk\u00fcnstler*innen dienenden Zimmers sichtbar machte, das verborgen hinter dem Ausstellungsraum lag, verweisen auf Fragen der Koexistenz und ihrer Wahrnehmung bzw. darauf, welche Personen und Vorg\u00e4nge in einer Gesellschaft Sichtbarkeit erlangen und welche nicht. Auch in ihren j\u00fcngeren Projekten, in denen Glanz sich verst\u00e4rkt einem prozesshaften Arbeiten zugewandt hat, regt sie ein Nachdenken \u00fcber geteilte soziale und urbane R\u00e4ume an, so etwa in der Diskussionsveranstaltung M\u00e4rker philosophieren. Wie (zusammen) leben? (2015). Indem die K\u00fcnstlerin zu partizipativen Aktionen wie dieser einl\u00e4dt \u2013 darunter auch das Projekt Hellersdorfer Tanzplatz (2017), bei dem eine T\u00e4nzerin und Livemusiker*innen die Viertelgemeinschaft zum Tanz im Freien aufforderten, eine Tauschb\u00f6rse (2014\u20132015, in Kooperation mit Sladjan Nedeljkovic), in der nicht mehr ben\u00f6tigte Gegenst\u00e4nde zusammen mit ihrer Geschichte ausgestellt und anschlie\u00dfend unter den Beteiligten getauscht wurden, sowie der Aufruf, im Wettbewerb die sch\u00f6nste VIERTEL TORTE (2014) zu backen \u2013, schafft und gestaltet sie neue Begegnungen und Gelegenheiten zum Austausch. Immer wieder befragt Katrin Glanz so das Verh\u00e4ltnis zwischen Kunst und Alltag und stellt mit ihren Werken einen offenen Rahmen bereit, der eine aktive Auseinandersetzung mit beiden Welten sowie dem reflexiven und transformativen Potenzial k\u00fcnstlerischen Handelns erm\u00f6glicht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&nbsp;\nJunge Welt Ausgabe vom 18.11.2025, Nr. 268, Seite 11 \/ Feuilleton\nWenn die Decke einst\u00fcrzt\naus den Fugen: Eine Raumintervention von Katrin Glanz im Berliner Projektraum Alte &hellip;","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3502"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3502"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3502\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5488,"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3502\/revisions\/5488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.katringlanz.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}